Im Taxi mit McCain und Palin

Mit einer Baseball-Mütze wirbt ein Taxifahrer in Las Cruces, New Mexico, für Texas und für McCain/Palin; 19. Oktober 2008. (Bild Manuel Gnos)

Mit einer Baseball-Mütze wirbt ein Taxifahrer in Las Cruces, New Mexico, für Texas und für McCain/Palin; 19. Oktober 2008. (Bild Manuel Gnos)

Bei Wahlkämpfen in der Schweiz sind wir es uns gewohnt, dass politische Werbung öffentlich betrieben wird. So stehen vor Nationalrats- oder Gemeinderatswahlen vor dem Bahnhof oder am Breitenrainplatz reihenweise Plakatwände, von denen uns die mehr oder minder gelungen fotografierten Damen und Herren anlächeln.

Hier in den USA scheint es so etwas nicht zu geben. Plakatwände gibt es zwar auch, aber auf denen wird entweder die Distanz zum nächsten «Motel 6» angegeben, oder darauf hingewiesen, dass die USA ein Land Gottes sind («One Land Under One God»).

Trotzdem, es wird natürlich auch hier drüben politische Werbung betrieben. Aber die ist Privatsache; öffentliche Privatsache, sozusagen. In vielen Vorgärten stehen die uns aus den Medienberichten über hiesige Wahlanlässe bekannten Schilder mit den Namen der Kandidaten. Auch in Schau- und Stubenfenstern hängen sie, an Strassenlaternen und Haustüren.

Und da der Amerikaner generell gerne im Auto sitzt, ist es naheliegend, auch dieses Statussymbol politisch zu nutzen: An die Kofferraumdeckel werden Aufkleber angebracht, die den Nachfahrenden kundtun, für wen man grad das Gaspedal kräftig durchdrückt.

Mein Taxifahrer heute in Las Cruces, New Mexico, hatte auf der Ablage vor dem Beifahrersitz eine Baseball-Mütze liegen, mit der er seine Präferenz für McCain/Palin kundtat. Und weil er damit in New Mexico voraussichtlich in der Minderheit sein wird (siehe Umfragen), schob er quasi als Nachsatz noch die Mütze mit der Aufschrift «Texas» hintennach.

Weshalb er McCain/Palin unterstützt, konnte ich den Fahrer leider nicht fragen: Er telefonierte auf der ganzen Fahrt mit seiner Frau – und liess sich auch vom Taxifahren nicht davon abbringen. Die Prioritäten jedenfalls waren klar: Das Mobiltelefon gab er keine Sekunde weg, dafür nahm er mehrmals die (verbleibende) Hand vom Lenker, um das Funkgerät zu bedienen.

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