«Das sollte ich nicht tun»

Eine etwas eigenartige Werbung in Downtown Las Cruces, New Mexico. 20. Oktober 2008. (Bild Manuel Gnos)

Eine etwas eigenartige Werbung in Downtown Las Cruces, New Mexico. 20. Oktober 2008. (Bild Manuel Gnos)

«Ich bin als republikanischer Wähler registriert. Trotzdem werde ich meine Stimme wohl dem Demokraten Barack Obama geben.» David Diaz ist 47jährig und Angestellter einer Sicherheitsfirma, die verschiedene Geschäftsgebäude und Hotels hier in Las Cruces (New Mexico) bewacht. Seine Vorfahren stammen aus Spanien. «Das ist aber lange her.» Er selbst wurde in Dallas (Texas) geboren.

«Ich habe mich vor zwei Jahren zum ersten Mal mit dem Gedanken befasst, für die Demokraten zu stimmen.» Dieses Land brauche einen Wechsel: «So kann das nicht weitergehen. Wir müssen unsere Truppen aus Irak zurückholen und uns nicht ständig in das Leben Anderer einmischen.»

David Diaz glaubt nicht, dass einer der beiden Kandidaten die Wirtschaftsprobleme lösen kann. «Das kann kein einzelner Mensch. Aber vielleicht ist Barack Obama der Mann, der dem amerikanischen Volk die Hoffnung und vor allem das Vertrauen zurückgeben kann. Nur dann werden die Menschen bereit sein, wieder mehr Geld auszugeben.»

Über George W. Bush will sich Diaz nicht gross äussern: «In einigen Punkten bin ich sehr enttäuscht von ihm. Aber er ist nicht so dumm, wie viele Leute glauben.»

Die grösste Sorge der Menschen hier in New Mexico sei der Drogenkrieg an der Grenze zu Mexiko. «Das beschäftigt die Leute wirklich. Ein Bekannter von mir hat eine Weile für ein Unternehmen gearbeitet, das den Zaun an der Grenze zu Mexiko baut. Nachdem während der Arbeit von mexikanischer Seite mehrmals auf ihn geschossen wurde, hat er den Job gewechselt.» Dieser Zaun sei es nicht wert zu sterben dafür.

Überhaupt werde der Zaun die Probleme nicht lösen. «Die Drogen und ‚illegal aliens‘ werden weiterhin kommen. Schliesslich gebe es Tunnels unter der Grenze hindurch.» Die seien zum Teil betoniert, hätten kleine Wagen auf Schienen und elektrisches Licht. «Im Drogengeschäft wird viel Geld gemacht, dagegen kommst du nicht an. Nicht so jedenfalls.»

Wie er sich denn nun entscheiden werde, frage ich ihn zum Schluss. «Ich weiss nicht. Es sind ja noch zwei Wochen bis zu den Wahlen. Und die Nächte in meinem Beruf als Sicherheitsmann sind lang. Da habe ich noch genug Zeit, um darüber nachzudenken.» Wenn er heute wählen müsste, würde er Obama wählen, sagt David Diaz dann noch. «Obwohl ich das als Republikaner eigentlich nicht tun sollte.»

In Las Cruces, New Mexico, sind fast ausschliesslich McCain/Palin-Schilder zu sehen. 20. Oktober 2008. (Bild Manuel Gnos)

In Las Cruces, New Mexico, sind fast ausschliesslich McCain/Palin-Schilder zu sehen. 20. Oktober 2008. (Bild Manuel Gnos)

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